Amateurfunk - mehr als ein Hobby?

Der Amateurfunk zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, mal etwas dicker, mal ganz dünn, aber nie ganz abgerissen.
Er hat meine Berufswahl bestimmt und meine berufliche Entwicklung gefördert, aber es ist ein Hobby!

Die Grenze zu finden ist jedoch nicht immer leicht....

Die Betätigungsfelder im Amateurfunk sind sehr weit gefächert, sie reichen von der
Beschäftigung mit der Funktechnik an sich,
über den Gerätebau - auch heute noch dürfen nur Funkamateure ihre Geräte (vor allem Sender) selbst bauen,
dem Antennenbau,
die Erschließung neuer Frequenzbereiche - bis in den hohen GHz-Bereich,
das Testen neuer Kommunikationsmöglichkeiten - vor allem digitaler,
der Analyse der Ausbreitungsbedingungen elektro-magnetischer Wellen,
der einfachen abendlichen "Klönrunde",
den Kontakt zu entfernten Bekannten (Auswanderer, Antarktis- oder Schiffsexpeditionen) - natürlich ebenfalls mit AFU-Lizenz,
dem Amateurfunkfernsehen,
bis hin zum Bau, dem Betrieb und der Kommunikation über eigene Amateurfunksatelliten.

Eine wesentliche gesellschaftliche Bedeutung hat der Amateurfunk vor allem im Katastrophenschutz. Hier sind es oft die Funkamateure in den Katastrophengebieten, die zusammengebrochene Kommunikationsnetze schnell wieder aufbauen können.

Ich habe mich dem sogenannten "DXen" verschrieben. DX steht ursächlich für "distance x", wird aber hauptsächlich synonym für "Weitverbindung" genutzt. Auf Kurzwelle zählt man Verbindungen von mehr als 3000km bzw. zu anderen Kontinenten zu DX, auf UKW ab 300km.
Der DXer ist bestrebt, mit jedem Rufzeichengebiet (derzeit - 05/2017 - 339) der Erde und möglichst auf jedem Kurzwellenband eine Verbindung herzustellen und dafür eine Bestätigung (QSL-Karte) zu erhalten. Die Schwierigkeit besteht dabei hauptsächlich in der Herstellung der Verbindung. Dabei sind vor allem die tages- und jahreszeitlichen Änderungen der Ausbreitungsbedingungen in die verschiedenen Regionen der Erde bei der Wahl des Frequenzbandes zu beachten. Die schwankenden Energieeinstrahlungen des Sonnenwindes innerhalb des ca. elfjährigen Zyklusses der Sonnenaktivität führen ebenfalls zu großen Schwankungen des Ionosierungsgrades der für die Kurzwellenausbreitung so wichtigen Schichten der Ionosphäre.
Die Kommunikation ist beim DXen - vor allem bei seltenen Stationen, wenn tausende andere Funkamateure es auch versuchen eine Verbindung zu bekommen (pile up) - auf ein Minimum beschränkt. Es wird dann nur das Rufzeichen (DL1DUO) und eine mit Ziffern codierte Information über die Empfangsqualität ausgetauscht.
Das Sammeln der Bestätigungskarten (s. QSL-Karten) ist für Außenstehende am ehesten mit dem Briefmarkensammeln zu vergleichen.
Für die Bestätigung der letzten 5% benötigt man 95% des (Zeit-) Aufwandes, aber es gibt auch in Deutschland einige Funkamateure, die ein sogenanntes "full house" erreicht haben.

Für die Teilnahme am weltweiten Amateurfunkdienst ist eine von den staatlichen Behörden (BNetzA) ausgegebene Lizenz erforderlich. Die Erlangung dieser Lizenz ist mit einer speziellen Prüfung verbunden (Technik, Gesetze, Betriebsdienst, Ausbreitungsbedingunen ...). Der Nachweis der Beherrschung von Morsetelegraphie ist seit einiger Zeit in der Bundesrepublick Deutschland und auch anderen Staaten nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Mit der Lizenz erhält man ein weltweit eindeutiges Rufzeichen zugeteilt.

Mein Rufzeichen lautet:

Delta Lima Eins Delta Uniform Oscar
dadidit ditdadidit ditdadadada dadidit didida dadada
(DL1DUO)