Der lange Weg zur Lizenz

Neben der Telegraphie-Ausbildung erlernten wir an der Klubstation DM3GM auch die Regeln des Funkbetriebsdienstes, die (Amateur-) Funk-Abkürzungen und die gesetzlichen Bestimmungen für den Amateurfunk. Natürlich wurde auch fleißig an den vorhandenen Stationsempfängern vom Typ "Dabendorf" und "Erfurt" dem Amateurfunkgeschehen auf den Kurzwellenbändern gelauscht und den alten Hasen, den lizensierten OMs beim QSO-Fahren zugehört.

1971 bin ich von der Arbeitsgemeinschaft "Elektrotechnik" meiner Schule über das Pionierhaus Leipzig zu der Arbeitsgemeinschaft "Elektronik" im Fernmeldewerk Leipzig gekommen. Dort konnten wir in einer Entwicklungsabteilung nach Feierabend die Arbeits- und Messplätze und vor allem das Bauelementelager nutzen. Wir hatten die Aufgabe, die Geräte aus dem Manuscript des Buches von Lothar König "Rundfunk und Fernsehen selbst erlebt" nachzubauen und die Bauanleitungen zu prüfen. Ich war für das Grid-Dip-Meter verantwortlich.

Danach bauten wir ein Prüfgerät für integrierte Schaltkeise (KME10 -> D100 -> SN7400), welches auch 1973 auf der Zentralen Messe der Meister von Morgen ausgestellt wurde.
Im gleichen Jahr begann ich im September mit meiner Lehre zum Elektronikfacharbeiter mit Abitur im Fernmeldewerk Leipzig.

Als nächster Schritt zur Amateurfunklizenz kam dann 1974 die Hörerprüfung (SWL- Short Wave Listener) und damit die Möglichkeit unter dem "Hörerrufzeichen" DM7540/M eigene Hörerkarten zu verschicken und vor allem zu empfangen, da man als Voraussetzung für die Zulassung zur Lizenzprüfung das Hörerdiplom RADM in der Stufe IV (vier) und in der Betriebsart Telegraphie (CW) bzw. den Antrag dazu (s. Diplome) nachweisen musste.